Besetzung

Chronik

1879
Stempelabdrücke auf alten Vereinsakten nennen als Gründungsjahr 1904, die Gründungsurkunde weißt jedoch das Jahr 1905 aus. Vor der Gründung des eigentlichen Musikvereins gab es bereits um 1879 die „Dorfmusik“, die weit über die Dorfgrenzen hinaus einen guten Ruf besaß und auch für manche Anekdote sorgte.

Den Oberschopfheimern wurde schon immer nachgesagt, dass ihnen neben der Arbeit auch Musik und Tanz im Blut liege. Echte Musikantenfamilien waren die Familien Gallus und Spitznagel. Anton Gallus, der Älteste des Musizierzirkels, hatte weder eine Vorbildung noch kannte er Noten, und doch soll er seine „Geige“ mit faszinierender Virtuosität gespielt haben. Als der alte „Gallus“ nahezu erblindet war, waren ihm Geige und Musik Trost in steter Dunkelheit.
Folgende Oberschopfheimer bildeten die „Dorfmusik“:
Der alte Gallus Anton und dessen Sohn Franz, der Kaisernazi, der ein Meister auf der Klarinette war, der Vite-Leopold (Leopold Kupfer), der Mesner Bruch, der Schmiedfranz und dessen Bruder Leo, der Schuhmächerle (Spitznagel), der Jäger-Gustav und einige andere.
Viele dieser Musikanten beherrschten mehrere Instrumente. Beispielsweise sagte man vom Mesner Bruch, dass er Geige, Posaune, Trompete, Althorn und Bassgeige beherrschte und zugleich Dirigent der Dorfmusik war. Der Schmiedfranz meisterte den „Bombardon“ und die Ziehharmonika.
Zu den Noten standen die Musikanten der Dorfmusik in einem gespannten Verhältnis. Die musikalischen Entscheidungen wurden gefühlsmäßig getroffen.
Tanzveranstaltungen und Festlichkeiten waren die Wirkungsstätten der Oberschopfheimer Musiker.
Zur Kirchweihzeit fuhr eine eingespielte Gruppe in den nord- und südbadischen Raum, spielte in Berghausen und Jöhlingen, und auch in Norsingen bei Staufen wurde musiziert. Dass es dabei auch oft Ausrutscher gab, wird heute in Oberschopfheim mit einem vergnügten Schmunzeln erzählt.
Weibert Schneider, ein ehemaliger Oberschopfheimer, der in Heilbronn als Direktor tätig war, wusste zu berichten, dass die Dorfmusik außer dass sie bei Prozessionen spielte, auch noch das Hochamt gestaltete. An diesen festlichen Gottesdiensten nahmen viele Gäste aus der weiteren Umgebung teil und waren erstaunt, wie die ungelenken Finger der Bauernmusikanten die Instrumente beherrschten.
In jener Zeit zeichnete sich Hauptlehrer Eitel für die Gottesdienst-Musik verantwortlich. Nach der Versetzung an einen anderen Ort endete das Sakrale Musizieren der Dorfmusik.
Nach Oberlehrer Eitel kam Unterlehrer Heim nach Oberschopfheim. Er war musikbegeistert und hatte Freude an den humorvollen Musikanten, und so war es ihm möglich, der Dorfmusik wieder zu einem Aufschwung zu verhelfen. Leider verließen Unterlehrer Heim und seine Frau schon nach relativ kurzer Zeit Oberschopfheim, und so schlief das gemeinsame Musizieren allmählich ein. Aber schon nach kurzer Zeit im Jahre 1904 ging von den begeisterten Musikanhängern Heinrich Beiser, Anton Mußler, Franz Keller, Josef Ackermann und Max Welsch die Initiative aus, einen Musikverein zu gründen. In Veröffentlichungen zum 50 jährigen Bestehen wurden als weitere Gründungsmitglieder Hermann Beiser, Hermann Lögler, Karl Kalt, Philipp Gißler, Gustav Lögler, Leo Ackermann, August Kupfer, Johann Ackermann, Johann Haag, Franz-Karl Kaiser, Ludwig Reifenschweiler, Karl Burbach, Karl Gißler, Anton Storz, Johann Lögler und der frühere Dirigent Willi Esser genannt.

1904
In der ersten Generalversammlung wurde Metzgermeister Josef Wetterer zum Vorsitzenden gewählt. Mit ihm begann die neue Ära Musikverein Oberschopfheim. Dirigent war Max Welsch. Mit großer Umsicht leitete Josef Wetterer den Verein bis 1921. In den folgenden Jahren wurde der Verein von den Vorsitzenden Ludwig Reifenschweiler und August Kupfer geführt. Philipp Gißler übernahm 1929 den Vereinsvorsitz und führte den Verein bis in den Zweiten Weltkrieg hinein. Er wurde später zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Während des Krieges kam das aktive Musizieren zum Erliegen.

 

1949
wurde dem Musikverein Oberschopfheim seine Existenz wieder zurückgegeben. Die noch vorhandenen Instrumente wurden aus den Verstecken hervorgeholt und Alfons Butz wurde der erste Vorsitzende der Nachkriegszeit. Wilhelm Esser wurde Dirigent. Schon nach kurzer Zeit übergab Alfons Butz den Vereinsvorsitz an Josef Jäckle, der den Verein bis 1954 in einem ruhigen Fahrwasser führte. 1955 übernahm der aktive Musiker Wilhelm Ackermann den Vereinsvorsitz und richtete das 50-jährige Jubiläum aus. Er wurde
später zum Ehrenvorsitzenden ernannt. In dieser Zeit war Alfred Möschle aus Niederschopfheim Dirigent des Musikvereins Oberschopfheim.

 

1964
übernahm der aktive Musiker Hans Kaiser den Vereinsvorsitz und hatte diesen bis 1971 inne. In seiner Amtszeit wurden viele junge Musiker in den Verein integriert. Auch fiel die Anschaffung einer neuen Uniform in seine Amtszeit. Diese Uniform, damals eine der modernsten Uniformen, sorgte nicht nur im Dorf für Furore. Noch heute tragen die Musikerinnen und Musiker diese Uniform, die aus einer roten Jacke, einem rotem Brusttuch mit Stickereien, einer schwarzen Hose und einer dunkelblauen Krawatte besteht. Dirigent war Ferenc Geiger, der Vater des heutigen Dirigenten des MV Schutterwald Ferenc Geiger. Dieser führte die Musikkapelle zu großen Erfolgen. 1971 übernahm Felix Geiger bis 1975 den Vereinsvorsitz. Unter seiner Führung blühte der Verein weiterhin auf. Nach Ferenc Geiger war Herbert Winkel aus Lahr-Dinglingen bis 1976 Dirigent und hat während seiner erfolgreichen Dirigententätigkeit vielen jungen Menschen das Musizieren beigebracht.

 

 

Der MV-Oberschopfheim im Jahre 1984

1975
übernahm Bruno Beiser den Vereinsvorsitz und führte zusammen mit Wolfgang Geiger, der 1976 als 17- jähriger Dirigent des Musikvereins Oberschopfheim wurde, den Verein 17 Jahre lang. Diese beiden waren das ideale Gespann. Während ihrer Amtszeit verlebte der Musikverein Oberschopfheim eine überaus erfolgreiche Zeit. Bekam doch mit der Verpflichtung von Wolfgang Geiger als Dirigent der Musikverein Oberschopfheim, dank der vielen Eigenarrangements und Eigenkompositionen von Wolfgang Geiger, seinen eigenen Sound.

Viele sehr erfolgreiche Konzerte im gesamten südbadischen Raum, auch Konzertreisen u. a. nach Holland, Rundfunkauftritte sowie 1987 die Produktion des Tonträgers „So singt´s und klingt´s in Oberschopfheim“, der zusammen mit dem Männergesangverein „Eintracht“ Oberschopfheim dank der großzügigen Unterstützung der Raiffeisenbank Ortenau Süd realisiert werden konnte, fielen in die Amtszeit von Wolfgang Geiger und Bruno Beiser.
Nach 17 Jahren Tätigkeit als Vereinsvorsitzender war es Bruno Beiser aus beruflichen Gründen nicht mehr möglich, dieses Amt weiter auszuführen. Er wurde für seine großen Verdienste wie auch schon vorher seine beiden Vorgänger Hans Kaiser und Felix Geiger zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Sein Nachfolger wurde Bernhard Schwend, der die erfolgreiche Arbeit Bruno Beisers weiterführte.

1992

beendete Wolfgang Geiger aus beruflichen Gründen seine Tätigkeit als Dirigent in Oberschopfheim und wurde für seine Verdienste zum Ehrendirigenten ernannt. Sein Nachfolger wurde Roland Gutbrod. In fast 8 Jahren hat Roland Gutbrod die erfolgreiche Arbeit von Wolfgang Geiger weitergeführt. Vor allem im Bereich der volkstümlichen Blasmusik hat er das musikalische Programm erweitert, auch gehörten Gesangstitel, nicht nur volkstümlicher Art, fortan zum Repertoire der Oberschopfheimer Musikerinnen und Musiker. Roland Sunderer hat 1998 von Bernhard Schwend das Amt des Vereinsvorsitzenden übernommen und übte dieses Amt bis 2001erfolgreich aus. Am 1. April 2000 wurde Hilger Honauer aus Auenheim Dirigent des Musikvereins Oberschopfheim und hat in dieser Zeit dem Musikverein Oberschopfheim bereits seinen musikalischen Stempel aufgedrückt.

2001
Der typische 1. Vostand im Musikverein Oberschopfheim war passé. Durch sehr großes Engagement von Reinhard Lögler und einer Satzungsänderung wurde im gleichen Jahr ein Geschäftsmodell eingeführt, das 5 Geschäftsbereichsleiter vorsah. Es waren dies: Reinhard Lögler (musikalischer Bereich), Oliver Geiger (Verwaltung), Eleonore Krieg (Präsentation), Max Gissler (Finanzen) und Stefan Kohler (Organisation).
Im Jahre 2003 wurden zwei neue Geschäftsbereichsleiter gewählt. Axel Gallus und Dirk Jänsch lösten Reinhard Lögler und Stefan Kohler ab.

2004
Nach 4 Jahreskonzerten verläßt Hilger Honauer den Musikverein Oberschopfheim. Sein Nachfolger wird im Oktober 2004 Bernhard Huber aus Ebersweier. Parallel laufen die Vorbereitungen zum 100jährigen Vereinsjubiläum 2005 auf Hochtouren. Neben einem gemeinsamen Jubiläumszeltfest mit dem Sportverein ist auch eine Geburtstagsparty in Form eines Jubiläumskonzertes in Planung.

Vereinsbild 2004

 

2005
Das 100 jährige Jubiläum startet im April mit einem Jubiläumskonzert. Es werden dabei die musikalischen Höhepunkte aus den vergangenen 30 Jahren durchlaufen. Unterstützt durch eine historische Bildpräsentation und die abwechslungsreiche Moderation damaliger Ansager, wird der Konzertabend für viele Zuhörer und Musiker noch lange in Erinnerung bleiben.
Im Juli 2005 folgt dann das große Jubiläumsfest. Zusammen mit dem Sportverein feiert man zusammen 180 Jahre. Dabei verwandelt sich der Festplatz 4 Tage in das Zentrum Oberschopfheims. Der Beginn wird am Freitagabend durch das große Oberschopfheimer Klassentreffen eingeläutet., gefolgt von einer Ü-Party am Samstagabend. Am Festsonntag geht es dann Schlag auf Schlag. Nach einem Zeltgottesdienst startet dann am Nachmittag der große Jubiläiumsumzug mit 25 Gruppen, darunter 12 Musikkapellen. Nach einigen Gastkonzerten verlagert sich alles Richtung Sportplatz, wo zum Jubiläum die Mannschaft des SC Freiburg zu Gast ist. Der Tag wird durch ein Galakonzert der Stadtkapelle Offenburg abgerundet.
Am Festmontag sorgen die bekannten Aubergmusikannten nochmals für ausgelassene Stimmung und ein volles Festzelt. Es schwingt ein wenig Trauer mit, da dieser Auftritt der letzte der Gruppe sein wird.
Das Jubiläumsfest wird sicherlich in die Geschichte des Vereins eingehen. Sorgte man nicht nur für einen Besucherrekord und 4 Tage Stimmung in Oberschopfheim, sondern erreichte durch die Veranstaltungen im Jubiläumsjahr auch einen nicht zu erwartetenden Kassenstand.

 

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